Donnerstag, 3. August 2017

Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern postpoetry.NRW 2017

Lyrikerinnen und Lyriker:

Rolf Birkholz, Gütersloh
Philipp Blömeke, Bochum
Annette Hagemann, Hannover/Münster
David Krause, Kerpen
Bastian Schneider, Köln/Wien

Nachwuchsautorinnen und -autoren:

René Kartes, Münster
Ada Charlotte Kilfitt, Bochum 
Johanna Mack, Lünen
Pauline van Gemmern, Langenfeld
Mirjam Wittig, Witten.

Die Textauswahl trafen

in der Jury Lyriker NRW :
Prof. Dr. Claudia Blasberg, Literaturwissenschaftlerin, Universität Münster
Andreas Heidtmann, Verleger poetenladen, Leipzig, 
José F. A. Oliver, Lyriker/Autor, Hausach.

in der Jury Nachwuchs NRW:
Monika Littau (Autorin, Projektleitung postpoetry.NRW)
Tamara Malcher (Nachwuchspreisträgerin 2016)
Thang Toan Nguyen (Nachwuchspreisträger 2016)

(Autorinnen und Autoren, Gedichte sowie Kurzlaudationes werden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.)


Mittwoch, 26. April 2017

Ausschreibung postpoetry.NRW 2017

Wettbewerb 2017 für Lyrikerinnen und Lyriker sowie
Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Nordrhein-Westfalen

Die Gesellschaft für Literatur in NRW sowie der Verband deutscher Schriftsteller (VS NRW) loben 2017, unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen (MFKJKS), zum achten Mal den Wettbewerb postpoetry.NRW“ aus. Gefördert werden soll mit diesem Wettbewerb die Lyrikszene des Landes und besonders die Zusammenarbeit von erfahrenen Lyrikerinnen und Lyrikern mit Nachwuchsautorinnen und -autoren.

Bewerben können sich bis zum 01. Juli 2017

  • Lyrikerinnen und Lyriker aus NRW (Wohnsitz und/oder Geburtsort), die mindestens eine eigenständige Buchveröffentlichung nachweisen können,  
    sowie
  • Nachwuchsautorinnen und -autoren aus NRW (Wohnsitz) im Alter von 15-23 Jahren

mit je drei unveröffentlichten (auch nicht im Netz veröffentlichten) Gedichten sowie einer Kurzbiografie/-bibliografie. 
Langgedichte sind nicht zugelassen. Die Texte sollten auf einem Postkartenformat Platz finden können.
Eine Wiederbewerbung von Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre ist erst nach drei Jahren erneut möglich.

Preise
werden vergeben in der Kategorie

Lyrikerinnen und Lyriker des Landes Nordrhein-Westfalen:
  • 5 Geldpreise in Höhe von insgesamt 7.500 €
Mit der Auswahl eines Gedichtes verbindet sich
die Gestaltung und Veröffentlichung des Textes als Lyrikpostkarte in hoher Auflage
voraussichtlich eine honorierte Lesung in den Regionen des Landes Anfang 2018.
und in der Kategorie

Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Nordrhein-Westfalen
  • 5 Geldpreise in Höhe von insgesamt 1.500 €
  • 1 zusätzlicher Publikumspreis für eine/n der jungen Autorinnen oder Autoren in Höhe von 450 €. (Die Vergabe erfolgt durch die Anwesenden der Preisverleihung.)
  • jeweils ein Mentoring/ein Workshop mit den erwachsenen Preisträgerinnen und Preisträgern
  • Gestaltung und Veröffentlichung des Gedichtes als Lyrikpostkarte in hoher Auflage
  • voraussichtlich eine honorierte Lesung in den Regionen des Landes Anfang 2018.

Verpflichtend ist für die Preisträgerinnen und Preisträger
  • die Teilnahme an einem gemeinsamen Workshop
  • sowie die Anwesenheit bei der Preisverleihung (voraussichtlich November 2017)

Die Urheberrechte für die ausgewählten Gedichte bleiben bei den Autorinnen und Autoren, die sich jedoch mit der Veröffentlichung des Textes auf den postpoetry-Postkarten sowie seiner Verwendung für Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation einverstanden erklären. 

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendung
Teilnehmende Lyrikerinnen und Lyriker aus Nordrhein-Westfalen sowie
Nachwuchsautorinnen und -autoren (Alter von 15-23 Jahren)
werden gebeten, ihre Einsendung, bestehend aus
3 anonymisierten, unveröffentlichten Gedichten (mit einem Kennwort versehen),
1 Kurzbiografie (mit Geburtsjahr/Geburtsort und Kennwort)
der Postanschrift und Telefonnummer und
1 Veröffentlichungsliste (falls vorhanden)
in einer E-Mail und versehen mit dem

Betreff „postpoetry. - Lyriker NRW“
oder
„postpoetry. - Nachwuchs NRW“

bis zum 01. Juli 2017
an die E-Mail-Adresse 
 
zu übersenden.




                

Freitag, 24. Februar 2017

Alles Unikate


Zu den Lesungen in Wuppertal und Bochum-Wattenscheid, 22. und 23. Februar 2017

Mutig las die Kaarster Schülerin und Nachwuchsautorin Meike Wanner vor einem riesigen Auditorium in der Wuppertaler Stadtbibliothek. Sie appellierte in ihren Gedichten, die Gegenwart zu genießen und zu nutzen, „denn alles muss einmal / gehen“. (Aber das war nur eines der Themen, die ihr wichtig waren.) Was er vor großem Auditorium nicht zu sagen vermochte, konnte ein Wuppertaler Schüler ihr noch am Ende der Veranstaltung in kleiner Runde mitteilen: „Deine Texte haben mir am besten gefallen!“
M.T. Martin, M. Wanner, Foto (c)Antje Zeis-Loi, Stadt Wuppertal  














Jürgen Brôcan, Lyriker, Herausgeber, Übersetzer von Gedichten aus Dortmund, las nicht nur neue Texte, sondern hielt ein Plädoyer dafür, dass alles, wirklich alles, Anlass und Stoff für ein Gedicht sein könne, „wir schlucken welten, ungeheuer / neugierig und im vormagen / erinnerungen, die spät abflauen: / nichts geht sofort im blut um, / worte sind wiederkäuer.“ Der „alte Hase“ berichtete auch aus seinem Schulleben. Von der Lehrerin als Vierzehnjähriger befragt, welchen Beruf er einmal ergreifen wolle, habe er „Schriftsteller“ gesagt und habe damit den Zorn der Pädagogin auf sich gezogen, denn ihre Frage sei ernst gemeint gewesen!
 J. Brôcan, M. T. Martin, M. Wanner, Foto: (c)Antje Zeis-Loi, Stadt Wuppertal)  

















In Bochum- Wattenscheid, dem Wohn- und Wirkungsort der 2005 verstorbenen politischen Dichterin Liselotte Rauner, las die 22 jährige Studentin, Journalistin und Nachwuchspreisträgerin Marie Illner. Inspiriert u. a. von Erich Kästner ging es in ihren von Alltagssituationen und Reisen inspirierten Gedichten auch schon einmal gereimt zu, was den circa 60 Schülerinnen und Schülern des Märkischen Gymnasiums sehr gut gefiel.

Silke A. Schuemmer, Marie Illner und Schüler des Märkischen
Gymnasiums, Foto (c) M. Littau 
Fast wie in einer Science-Fiction-Welt fühlten sich Schülerinnen und Schüler endlich beim Vortrag von Silke Andrea Schuemmers Gedichten. Was ist wissenschaftlich machbar, was ethisch vertretbar? Diese Fragen brachte sie mit Texten aus ihrem Gedichtzyklus „In der Petrischale wird es früher Tag“ in Wortkaskaden mit Klangvolumen den Zuhörenden nahe.


Noch nach Ende der Veranstaltung ging das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern weiter, ja eine Schülerin brachte sogar noch einen eigenen Text zu Gehör. Vielleicht begegneten wir schon einer Nachwuchautorin der kommenden Jahre? Wer weiß.  
Lea Schulz, Märkisches Gymnasium

Am Ende des 7. Durchführungsjahres von postpoetry ein Blick zurück nach vorn
auf fünf Nachwuchsautorinnen und -autoren: Felix Güßfeld, Marie Illner, Tamara Malcher, Thang Toan Nguyen, Meike Wanner
und
fünf Lyrikerinnen und Lyriker: Ingeborg Brenne-Markner, Jürgen Brôcan, Sebastian Polmans, Silke Andrea Schuemmer, Jan Skudlarek
auf einen Workshop
und viele Veranstaltungen
mit Bibliotheken in Bielefeld, Bochum, Essen, Köln, Solingen und Wuppertal,
mit Lehrerinnen und Lehrern und Schulen
und vor allen Dingen mit Schülerinnen und Schülern.
Jede Veranstaltung war besonders.
Alles Unikate!
Danke an alle. Es war schön und spannend und außergewöhnlich und wunderbar.
Bald wird es die neue Ausschreibung 2017 geben. Please hold the line!

Monika Littau


   

Donnerstag, 16. Februar 2017

Lesung am 23.02.2017 in der Stadtbücherei Bochum, Zweigstelle Wattenscheid

Bei der fünften postpoetry-Lesung in diesem Jahr 2017 werden wir Gedichte von Silke Andrea Schuemmer (Preisträgerin) und Marie Illner (Nachwuchsautorin) hören. 
Silke Andrea Schuemmer, (geb. 1973 in Aachen) studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie. 2002 Promotion an der RWTH Aachen mit einer Arbeit über Maria Lassnig. Sie arbeitet als freie Schriftstellerin, schreibt freiberuflich für Zeitungen und Zeitschriften und hält kunsthistorische Vorträge. Einzelveröffentlichungen: Rapunzel, Hörbuch (Hamburg, Hoffmann und Campe, 2008), Remas Haus, Roman (Berlin, Kookbooks, 2004),Tryptichon oder salzig schmeckt der Algenstrang, Gedichte (Berlin, edition fiebrig,1996), Die Form des Fisches ist sein Wissen über das Wasser, Prosa (Berlin, Mariannenpresse, 1996. Außerdem zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Literaturzeitschriften und im Hörfunk. Sie hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten und lebt in Berlin.


Ihre Lesungspartnerin Marie Illner wurde 1994 in Bochum geboren, hat 2014 ihr Abitur absolviert. Seit dem Wintersemester 15/16 studiert sie Medienwissenschaften und Anglistik an der Ruhr-Uni Bochum. Das kreative und journalistische Schreiben zählt seit klein auf zu ihren größten Leidenschaften.


Moderiert wird die Lesung von der Bonner Autorin und Initiatorin des Projektes Monika Littau

Lesung am 22.02.2017 in der Stadtbibliothek Wuppertal

Fünf Lyriker und fünf Nachwuchsautoren aus Nordrhein-Westfalen wurden im November 2016 mit Preisen ausgezeichnet. Nun gehen die Autorinnen und Autoren Anfang 2017 in Tandems (Lyriker und Nachwuchsautor) auf Lesereise durch NRW. Neben ihren Texten bringen sie die obligatorischen postpoetry-Lyrikpostkarten mit, die dem Projekt den Namen geben. Am 22. Februar machen Jürgen Brôcan und Meike Wanner Station in der Stadtbibliothek Wuppertal.  








Jürgen Brôcan(geb. 1965) studierte Germanistik und europäische Ethnologie in Göttingen. Er arbeitet als freier Schriftsteller und Übersetzer sowie Literaturkritiker,  Essayist und Herausgeber von Lyrik. Er hat zahlreiche Gedichtbände veröffentlicht, u.a.: 
Ortskenntnis. Gedichte 1996-2006 (München 2008), 
Antidot (Rugerup und Berlin, 2012), 
Holzäpfel (Berlin, 2015), 
Schädelflüchter (Angermünde, 2015), 
hymnenrauh (Dortmund und Oelde, 2016). 
Er erhielt verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt den Literaturpreis Ruhr 2016. Jürgen Brôcan lebt in Dortmund.
 





Seine Lesungspartnerin Meike Wanner wurde 1997 in Düsseldorf geboren. Sie ist Schülerin und hat vor vier Jahren mit dem Schreiben von Gedichten begonnen.

Moderiert wird die Lesung von der Kölner Autorin Marie T. Martin.  

Donnerstag, 9. Februar 2017

Worträtsel - ohne Gewicht

Zur Lesung von Thang Toan Nguyen und Ingeborg Brenne-Markner in der Stadtbibliothek Solingen. 

Ingeborg Brenner-Markner, Thang Toan Nguyen

 Unverkennbar zeigt das Foto, dass die dritte postpoetry-Lesung 2017 ins Bergische Land nach Solingen führte, um genau zu sein in die hiesige Stadtbibliothek, mit der das Projekt mittlerweile durch eine Reihe von Veranstaltungen verbunden ist.
Für Nachwuchsautor Thang Toan Nguyen war es ein Heimspiel, da er 1997 in Solingen geboren ist und dort lebt. Die aus Sankt Augustin kommende Ingeborg Brenner-Markner dagegen musste einen frühen Start in den Tag tun, um pünktlich mit  öffentlichen Verkehrsmitteln in Solingen einzutreffen.  

Thang, der im November 2016 im postpoetry-Wettbewerb mit seinem Gedicht „Kreuzworträtsel“ nicht nur einen Nachwuchs-, sondern auch den Publikumspreis zugesprochen bekam, gab nach seiner Lesung Einblick in seine Textwerkstatt. Oft geht er vom Wortmaterial aus und arbeitet mit Bedeutungssegmenten eines Begriffs. Kaum glaubt der Leser/die Leserin sich in der Lösung einer Spannung zu befinden und auf eine Harmonie zuzusteuern, vollzieht sein Text eine Kippfigur, treibt ins Gegenteil und macht alle Erwartungen zunichte.  

Einen ganz anderen Zugang zur Lyrik findet Ingeborg Brenner-Markner. Sie scheint von Beobachtungen, Augenblicken auszugehen, obwohl, wie sie betont, die Texte durchaus nicht autobiografisch gefärbt sind. Programmatisch heißt der Titel ihres Preistextes „ohne gewicht“ und diese Leichtigkeit ist es, die ihre Gedichte, die sie in Solingen las, insgesamt auszeichnen. Sie scheint mehr eine Lyrikerin des Glücks zu sein als der Sehnsucht, des Traums und der Wirklichkeit zugleich, eine realitätsbezogene Romantikerin, die die Dinge aufspürt und zugleich hinter den Dingen zu entdecken weiß.
So entpuppt sich der Titel „kein gedicht“ als ein Gedicht, nämlich über einen „Honigbrottag“, fast zu schön, um über ihn ein Gedicht zu schreiben. Aber vielleicht ist diese vordergründige Deutung gänzlich falsch und der Tag selbst reine Fiktion seiner Autorin, die ihn sich erfindet…
Zur Lesung gekommen waren circa 40 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schwertstraße, an dem Thang Toan Nguyen im vergangenen Jahr sein Abitur gemacht hat. Unter den jungen Zuhörern saßen auch einige, die - wie er in der Vergangenheit - heute im Rahmen der Begabtenförderung an einer Schreibwerkstatt der Schule teilnehmen. Das Interesse der jungen Gäste, die von Herrn Margard begleitet wurden, galt verständlicherweise besonders den Texten des ehemaligen Mitschülers, der von ihnen ausdrücklich gelobt wurde.
Mag sein, dass Thang  den ein oder anderen angeregt hat, an der diesjährigen Ausschreibung von postpoetry.NRW 2017, die im Sommer veröffentlicht wird, teilzunehmen. Und vielleicht sind wir dann noch ein weiteres Mal zu Gast in der Stadtbibliothek Solingen? Wer weiß? Postpoetry ist gespannt.





Dienstag, 7. Februar 2017

Lesung am 9. Februar 2017 in Solingen

Ingeborg Brenner-Markner und 
Thang Toan Nguyen, Preisträger 
des Landeswettbewerbs postpoetry.NRW, 
sind am 9. Februar zu Gast in der Stadtbibiothek 
Solingen.

Ingeborg Brenner-Markner, (geb. 1949 in Menden/Sauerland) studierte Germanistik, Philosophie und Altphilologie in Bonn. Seit 1989 ist sie in der Erwachsenenbildung tätig. Sie schreibt vor allem Lyrik und ist Mitglied der Autorinnengruppe „Schellack“ (Köln) und von Kuli e.V.  (Bonn, Verein für Kunst und Literatur). Veröffentlichungen in zahlreichen Anthologien. 2013 erschien ihr Gedichtband Vor der Nacht (Free Pen Verlag, Bonn). Sie ist Preisträgerin des Jokers-Lyrikpreises 2011 und des Hildesheimer Lyrik-Wettbewerbs 2014. Ingeborg Brenner-Markner lebt in Sankt Augustin.


Ihr Lesungspartner Thang Toan Nguyen wurde 1997 in Solingen geboren, wo er seitdem lebt und auch sein Abitur gemacht hat. Schon in der sechsten Klasse hat er begonnen, Gedichte zu schreiben. In den letzten zwei Schuljahren nahm er an der Begabtenförderung des Solinger Gymnasiums Schwertstraße im Bereich kreatives Schreiben teil.

Moderiert wird die Lesung von der Bonner Autorin und Initiatorin des Projektes Monika Littau





















Freitag, 3. Februar 2017

Ist Lyrik cool?

Zur Lesung von Jan Skudlarek und Tamara Malcher in der Stadtbibliothek Bielefeld am 3. Februar 2017


Als Frau Habighorst Publikum und Podium im Namen der Stadtbibliotheken begrüßte, konnte sie nicht ohne Stolz feststellen, dass es bereits die 3. Lesung im Rahmen des Postpoetry-Projekts in ihrem Hause war. Der Veranstaltungssaal der Bibliothek war mit knapp 80 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 der Gesamtschule Rosenhöhe gut gefüllt.

Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Rosenhöhe, Foto: Heike Habighorst

Wie die Fachlehrerin Frau Löwenstein erzählte, hatten die Schülerinnen und Schüler sich in der Woche zuvor mit Barock-Lyrik beschäftigt. Daran schlossen die Texte von Tamara Malcher und Jan Skudlarek formal und thematisch sicher nicht nahtlos an. Aber das jugendliche Publikum schaffte den Sprung anscheinend mühelos und folgte der Lesung sehr konzentriert und stellte beiden Lyrikern viele Fragen.


Jan Skudlarek, Tamara Malcher, Thomas Kade,
Foto: Heike Habighorst. 
Dass es so eine lebendige Veranstaltung wurde, lag wohl auch daran, dass der Dortmunder Lyriker Thomas Kade als Moderator durch seine Gesprächsführung deutlich machte, dass alles zur Sprache kommen kann.
„Früher habe ich Gedichte geschrieben, weil ich dachte, es sei cool“ gestand Tamara Malcher. „Ist das cool?“, hakte der Moderator ein. Ein erstaunlich vielstimmiger Chor antwortete: „Ja!“   Na also.

Horst-Dieter Koch




Jan Skudlarek und Tarmara Malcher, Preisträger des Landeswettbewerbs postpoetry.NRW, sind am 3. Februar zu Gast in der Stadtbibliothek Bielefeld.

Jan Skudlarek, (geb. 1986 in Hamm) wuchs in Nordrhein-Westfalen und Spanien auf. Er studierte Philosophie und Hispanistik an den Universitäten in Münster und Madrid. Er ist Redakteur bei „STILL – Magazin für junge Literatur und Fotografie“. Seit 2008 veröffentlichte er Gedichte in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien. 2010 erschien das Lyrikheft erloschene finger (Parasitenpresse), 2013 der Gedichtband Elektrosmog (Luxbooks). Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und lebt in Berlin.

Seine Lesungspartnerin Tarmara Malcher wurde 1995 in Recklinghausen geboren und studiert freie Kunst an der Kunstakademie Münster. Sie gewann 2013 den „Hürfelder Literaturpreis für engagierte Literatur“ mit ihrer Kurzgeschichte Festakt gegen Rassismus und Intoleranz. Aktuell ist sie in der Anthologie „Lyrischer Lorbeer 2015“ mit dem Gedicht ruhiges regen vertreten.

Moderiert wird die Lesung von dem Dortmunder Autor Thomas Kade.  


Mittwoch, 25. Januar 2017

Wolkenschweben im Papier

Zur Lesung von Sebastian Polmans und Felix Güßfeld in der Stadtbibliothek Köln-Sülz am 24. 01. 2017

Oft ist es nicht leicht, für die Lyrik ein Publikum zu finden. Bei der Lesung von Sebastian Polmans und Felix Güßfeld am Dienstag dieser Woche, mussten allerdings zur Freude aller Beteiligten Stühle nachgeholt werden.
Begleitet von ihren Fachlehrern Frau Pittaro (Schiller-Gymnasium) und Herr Steinkuhle (Hildegard-von-Bingen-Gymnasium) nahmen etwa 60 hochmotivierte Schülerinnen und Schüler an der Lesung von Sebastian Polmans (Niederkrüchten) und Felix Güßfeld (Köln) teil. Einige weitere Gäste hatten ebenfalls den Weg in die Einrichtung gefunden, so dass die obere Etage der Sülzer Bibliothek fast an die Grenzen ihrer Kapazität stieß. „Welches wunderbare Potential“, kommentierte Autor Sebastian Polmans seinen Blick auf das junge Publikum.
Dass die Schülerinnen und Schüler so gespannt bei der Sache waren, lag nicht nur daran, dass mit Felix Güßfeld ein sehr junger Autor zu Gast war und die Kölner Lyrikerin Marie T. Martin ansprechend und sensibel durch das Programm führte, vielmehr wurde das Interesse auch durch die Vorbereitung der Lehrer auf die Veranstaltung geweckt. Am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium finden übrigens regelmäßig Poetry-Slams statt. Es ist die immer wiederkehrende Erfahrung, dass die Aufgeschlossenheit und das Interesse für Lyrik an allen Schulen, die dem eigenen, kreativen Schreiben einen Stellenwert beimessen, besonders groß ist.  
Frau Verweyen, Herr Steinkuhle

Insofern möchte ich als Initiatorin des Projektes an dieser Stelle allen Lehrerinnen und Lehrern, die angstfrei und engagiert jungen Menschen Lyrik nahe bringen, von Herzen danken.
Ein Dankeswort geht auch an den Verein Lesezeichen e.V. und seine Vorsitzende Margarethe Verweyen. Dass postpoetry.NRW nun schon zum 6. Mal Gast in Sülz war, danken wir besonders ihr und auch den Mitarbeiterinnen der Einrichtung.

Nun aber zur eigentlichen Lesung, bei der die beiden Preistexte Großraum.büro (Felix Güßfeld) und wie regen entsteht (Sebastian Polmans) fast programmatisch am Anfang standen.
Sebastian Polmans, Felix Güßfeld
Felix Güßfeld trug weitere Gedichte und Prosa vor, besonders hervorzuheben die Kurzgeschichte „Der letzte Zug“, in der in schnellen Perspektivwechseln der Weg nach Süden (u. a. einer Wildgansgruppe), aber auch gegenläufig von Süden nach Norden (u. a. von Flüchtlingen) im Mittelpunkt steht und endlich die Realität von  Umweltvernichtung, Kriegsgeschehen fast ironisch in Ignoranz gebrochen wird. Er, so Felix Güßfeld, stelle gern, wie in seinem Preisgedicht, Probleme in den Mittelpunkt seiner Texte, greife auch auf Ekliges und Hässliches zurück, um aufmerksam zu machen, wie etwa mit dem Bild der Spinne in seinem Gedicht Großraum.büro.
Ganz anders zeichnete Sebastian Polmans, der nicht nur las, sondern auch zur Gitarrenbegleitung sang, sein Schreibanliegen. - Der vielfach ausgezeichnete Autor  ist den Kölnern seit der Vergabe des Rolf Dieter Brinkmann-Stipendiums 2015 sicher ein Begriff. - Für ihn ist die Verbundenheit mit der Natur eine essentielle Grundlage, aber nicht nur sie, sondern die Verbundenheit von scheinbar Disparatem überhaupt. „Auch meine Großmütter sind ein Gedicht!“, meinte er lächelnd. Ihm gehe es um das Aufspüren der Liebe, sagte er sinngemäß. Insofern ist es konsequent, dass er sein Schreiben und Musizieren (früher Rap-Band Summsemann, heute Leo & The Lilytree) und auch Malen als universelle Heilkunst zu fassen sucht.
Trotz unterschiedlicher Ansätze gab es viele Verbindungen zwischen den Autoren. Dass ein Poet die in einem Stück Papier schwebende Wolke klar erkennt, darüber konnte man sich schnell verständigen. Denn ohne Wolke kein Wasser, ohne Wasser keine Bäume und ohne Bäume kein Papier und ohne Papier keine Gedichte zum Nachlesen, so dass man sie „inwendig auswendig“ lernen könnte.
Immer wieder bin ich überrascht, wie unplanbar vielgestaltig und wunderbar sich die Lesungen von postpoetry.NRW entwickeln.


Monika Littau 

Montag, 9. Januar 2017

Lesung 24.01.2017 in Köln-Sülz

Postpoetry.NRW Wettbewerb schickt Lyriker und Nachwuchsautoren aus Nordrhein-Westfalen auf Lesereise


Sebastian Polmans und Felix Güßfeld, Preisträger des Landeswettbewerbs postpoetry.NRW, sind am 24. Januar zu Gast in der Stadtteilbibliothek Köln-Sülz.

Zum siebten Mal schrieb die Gesellschaft für Literatur in NRW e. V. mit Unterstützung des Kulturministeriums (MFKJKS) und der Kunststiftung NRW den Wettbewerb postpoetry.NRW aus.

Fünf Lyriker und fünf Nachwuchsautoren aus Nordrhein-Westfalen wurden im November 2016 mit Preisen ausgezeichnet. Nun gehen die Autorinnen und Autoren Anfang 2017 in Tandems (Lyriker und Nachwuchsautor) auf Lesereise durch NRW. Neben ihren Texten bringen sie die obligatorischen postpoetry-Lyrikpostkarten mit, die dem Projekt den Namen geben. Am 24. Januar machen Sebastian Polmans und Felix Güßfeld Station in der Stadtteilbibliothek Köln-Sülz.  


Sebastian Polmans, (geb. 1982 in Mönchengladbach / Neuwerk) absolvierte geistes- und musikwissenschaftliche Studien an Universitäten in Siegen, Hildesheim und Rom. Er arbeitet als freier Schriftsteller, Musiker und Illustrator. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste und schreibt für Zeitungen und Magazine. 2011 erschien sein erster Roman Junge im Suhrkamp-Verlag, 2015 der Gedichtband Unser Tatoo im Radius-Verlag. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipiendien und lebt in Niederkrüchen.


Sein Lesungspartner Felix Güßfeld wurde 1993 in Osterburg geboren und lebt jetzt in Köln, wo er Deutsche Sprache und Literatur und Medienkulturwissenschaft studiert. 2011 erhielt er eine Drehbuchförderung von der Film- und Medienstiftung NRW. Das Drehbuch arbeitet mit Motiven aus seinem noch uneröffentlichten Roman Herzfalten. 2016 war er bereits einmal in der Stadtteilbibiothek Köln-Sülz zu Gast, wo er in einer Lesung im Rahmen der Autorenwerkstatt zwei Kurzerzählungen vortrug.

Moderiert wird die Lesung von der Kölner Autorin Marie T. Martin.  

24. Januar 2017, 10 Uhr, Stadtteilbibliothek Köln-Sülz, Wichterrichstraße 1, 50937 Köln

postpoetry.NRW ist ein Projekt der Gesellschaft für Literatur in NRW e.V. in Kooperation mit dem Verband deutscher Schriftsteller NRW. Es wird unterstützt vom Kulturministerium (MFKJKS) und der Kunststiftung NRW.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stadtteilbibliothek Köln-Sülz  und Lesezeichen e.V. statt.